Was ist Eigentum und was ist Freiheit? Liberalismus vs. Kollektivismus (Kommunitarismus)

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Mit der Begrifflichkeit Freiheit und deren Bedeutung scheinen die Befürworter des Parc Adula ihre Liebe Mühe zu haben. Ebenso mit dem Begriff Eigentum. Also hören wir wie ein grosser Denker der Freiheit, Ökonom, Sozialwissenschaftler und der Verfasser der “Verfassung der Freiheit”, Friedrich August von Hayek, die Freiheit definiert: „Dieser Zustand, in dem ein Mensch nicht dem willkürlichen Zwang durch den Willen eines anderen oder anderer unterworfen ist …“
(Die Verfassung der Freiheit, 3. Aufl., Tübingen 1991, S. 14).

Was von den Befürwortern, allen voran Gabriela Tomaschett-Berther, verlangt und öffentlich kommuniziert wird, steht dazu in krassem Kontrast: “Individuelle Partikularinteressen müssen zum nachhaltigen Vorteil des grossen Ganzen hintanstehen. Darum sollten wir alle für den Parc Adula stimmen!”

Das bedeutet das Individuum muss seine Interessen und Rechte zum Wohle der Allgemeinheit hinten anstellen. Das ist nicht einfach nur antidemokratisch, das ist autoritär, für Demokraten inakzeptabel und zeigt dass es beim Parc Adula um weit mehr geht, als um ein wenig Alibi-Umweltschutz, Label und ökonomischem Aufschwung. Es ist die Dogmatik, welche im Kollektivismus eingesetzt wird. Kollektivismus ist die Basis für National- und Internationalsozialismus. Die Promotoren und Unterstützer des Park Adula haben diese Forderung direkt oder indirekt bereits mehrfach genannt und sie beweisen damit, wessen Geistes Kind das Projekt Parc Adula ist. 

Auch Gion A. Caminada fabuliert von einer “Kultur des Kollektiven” in den Medien. Wahrscheinlich ohne dessen wahre Bedeutung wirklich zu kennen. Architekten sollen schöne Häuser bauen.... Punkt!

Weiter steht in einer der neueren Publikationen von Gion A. Caminada “Die Tore zum Parc Adula”, welche im Auftrag des Parc Adula erarbeitet wurde: “Die Greina gehört den Bürgern von Vrin, Sumvitg und Blenio – gleichzeitig gehört sie ihnen nicht. Es kommt darauf an, sich dieser doppelten Wirklichkeit bewusst zu sein.” Und weiter träumt er davon den Perimeter aus den Fängen des Marktes zu befreien. 

Die Greina ist Eigentum der jeweiligen Gemeinden ohne wenn und aber. Die Aussage von Gion A. Caminada zeigt aber exemplarisch, dass man in Bezug auf die Interessen, welche hinten an stehen müssen, auch das Eigentum von Gemeinden und Einzelnen nicht mehr achtet und respektiert. Freiheit und Eigentum bedingen einander aber gegenseitig. 

Sandra Koch bemängelt in ihrem Leserbrief in der Südostschweiz, dass die Gegner des Parcs keinen Respekt vor dem Eigentum des Parc Adula besitzen und legt als Beweise demontierte Werbebanner, verschmierte Poster und die illegale Verwendung einer Grafik vor. Hierbei vergisst sie, dass es sich wohl um Eigentum des Projekts Parc Adula handelt. Da das Projekt aber von der öffentlichen Hand finanziert ist und die genannten Objekte somit Eigentum der Allgemeinheit sind. Ganz unabhängig davon, ob ich Schmierereien gut finde oder nicht, zeigt es bereits, was passieren wird, wenn Eigentumsrechte eingeschränkt werden und alles allen und doch niemandem gehört. In der Volkswirtschaftslehre nach liberalem Vorbild, spricht man von der Tragödie der Allmende nach Garrett Hardin, weil die Zerstörung der Allmende auf schicksalhafte und systematische Weise unabwendbar ist. Denn wenn etwas allen und niemandem gehört, wird es so intensiv genutzt werden, das in Kürze die Weide unbrauchbar ist. 

„Der Sozialismus ist der unerhörte Aufwand zum Wohl der Menschen, der sich selbst so restlos konsumiert, dass am Schluss jeder nur das bekommt, was übrig bleibt. Nämlich nichts.“ (Heimito v. Doderer) 

So ist Eigentum und Freiheit auch die einzig brauchbare und wirksame Form des Umweltschutzes. Weil wenn etwas niemandem gehört, wird sich auch niemand finden, welcher Umweltverschmutzung einklagt. Denn wie wir aus der Geschichte lernen sollten, war, ist und bleibt die Umweltverschmutzung in sozialistischen Länder ein Problem. 

Aber was rede ich die ganze Zeit von Sozialismus? Der Sozialismus ging doch mit dem Fall der Mauer unter? Leider nein! Roland Baader hatte in seinem Buch “Kreide für den Wolf” zurecht davor gewarnt, dass die Zeit des Sozialismus damit nicht vorbei ist, sondern das seine wahre Stunde erst kommt. Dabei wird man nicht von Sozialismus reden, weil die Menschen dann an die Trägodien der Vergangenheit erinnert werden. Es wurden neue Wortkreationen entwickelt, welche dem Sozialismus Deckung geben. Darunter sind Worte zu finden wie nachhaltige Entwicklung, Neue Regionalpolitik, Regionalentwicklung oder sozioökonomischer Aufschwung. Subsummiert wird der ganze Unsinn unter dem Wort Kommunitarismus. 

Kommunitarismus ist ein Gesellschaftsmodell, welches in krassem Gegensatz zum Liberalismus steht und welches von verschiedenen POP-Philosophen wie z.B. Richard David Precht, welche ihren intellektuellen Horizont stets in greifbarer Nähe mit sich führen, bemüht wird. 

Es zeichnet sich durch folgende Dogmen aus:

  • Wir müssen alle zusammen
  • Alleine sind wir zu schwach
  • Das Individuum muss hinter den Interessen des Gruppe anstehen
  • Der Liberalismus ist für die Verrohung der Gesellschaft zuständig
  • Die Werte des Kollektives müssen definiert werden, damit man die Gesellschaft nach diesen Lenken kann

Vielleicht versteht ihr nun, warum es einem Rico Tuor anlässlich der Debatte auf RTR so wichtig war, die gemeinsamen Werte heraus zu streichen und das diese für das Projekt und den Bund so wichtig sind? Dasselbe finden wir auch wieder im Leserbrief von Sandra Koch, welche sich auf “unsere” Werte beruft. 

Bei der Abstimmung über den Parc Adula geht es um weit mehr als um ein bisschen Umweltschutz und ein bisschen Wirtschaftsförderung. Es ist die Speerspitze eines totalen und versteckten Transformation unserer Gesellschaft. Bei dieser Abstimmung geht es um den Erhalt unserer direkt-demokratischen Gesellschaft oder dessen was davon in einem bereits durch und durch kommunitaristischen und interventionistischem Kanton noch übrig geblieben ist. Die katastrophale Politik der Bündner Regierung und des AWT, hat Graubünden im Vergleich zu anderen Kantonen, im Bereich Wachstum der Privathaushalte, an die zweitletzte Stelle katapultiert. Der Parc Adula ist die verschärfte Form einer durchwegs falschen und armutsverurusachenden Politik. 

Der Parc Adula ist lediglich alter Wein in neuen Schläuchen. Die Wiederholung eines gesellschaftlichen, sozialen und ökonomischen Experiments. Planwirtschaft hat noch nie in der Geschichte der Menschheit funktioniert und wird auch nie funktionieren. Das es der Schweiz so gut geht, liegt nicht an der längst existenten Planwirtschaft, sondern dass wir weniger Planwirtschaft als alles um uns herum haben – mit Ausnahme vielleicht von Liechtenstein.  

„Der Versuch, den Himmel auf Erden einzurichten, produziert stets die Hölle.“ (Karl Popper)

Es geht um nicht mehr und nicht weniger als die Mündigkeit der Stimmbürger und den Versuch Mündigkeit wieder zurück zu gewinnen. Ich hoffe, dass es noch eine starke Mehrheit mündiger Bürger im Perimeter gibt und das der Parc mit einer lauten Klatsche verworfen wird. Eine Klatsche, welche man noch in Chur, Bellinzona, Bern und in New York bei der UNO hören wird. 

Wer Ja stimmt, wirft seine Müdigkeit und seine Zukunft weg und schaufelt sich sein eigenes Grab. Denn der Ausgang kann nur im Desaster enden. Auch wenn die Befürworter mit ihren perfiden, aber leicht durchschaubaren Lügen, Gedanken- und Emotionskontrolle das Gegenteil behaupten. Die Lüge braucht eben immer die Stütze des Staates, während dessen die Wahrheit von ganz alleine aufrecht steht. 

Wer Nein stimmt beweist Mündigkeit und den Willen es zuerst ohne staatliche Stützen auf eigene Faust zu versuchen sich zu helfen. Es sind die Traditionen, welche die Schweiz zu dem gemacht haben, was sie heute ist. Föderalismus, Subsidiarität, eine liberale Wirtschaftsordnung verbunden mit einer gewissen wertkonservativen Haltung. 

Damit Graubünden aber wieder zu Prosperität gelangen kann, genügt es nicht alleine den Parc Adula zu verwerfen. Wir müssen auch mit unserer kantonalen Politik einen Marschhalt und Denkpause einlegen. Und wir sollten wieder Politiker wählen, die eine liberale Wirtschaftsordnung vertreten. 

Ein klares und unmissverständliches NEIN zum Parc Adula. 

 

Martin Loretz

Unternehmer
Vals/Zürich/Surrein