Park Adula: Die Valser lassen sich nicht umtopfen

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Vals ist in die Realität zurückgekehrt. Zurück von einem Abstecher in eine Traumwelt mit Bambis hinter jedem Strauch, mit heulenden Wölfen in der Nacht, mit glücklichen Menschen, die ihr Auskommen von „ Chäslichrut“ und Himbeersirup bestreiten. Dabei hat der Dialog mit dieser Wunderkammer der Natur auch gut getan. Das Leben in einem Nationalpark wie es Fred Feuerstein mit seiner Wilma führt, als Gegenpool zur ganzen Hetze in der Stadt. Wenn da nur nicht diese Charta wäre! Die 400 Seiten voll Regeln und Normen. Das fröhliche Park Leben will halt organisiert sein.

Wir sind tagsüber links und rechts eingewoben in Vorschriften, in Reglemente und Vorgaben. Springen wir dann aus dem Haus, möchten wir uns  nicht mit Charta und Parkwächtern beschäftigen. Wir möchten einfach einem Hobby nachgehen wie Wandern, Joggen, Klettern, Ski fahren, Fischen, Boarden oder Jagen und wünschen uns alles Eingrenzende ins Pfefferland. Ich liebe Vals, die Tiere, den Spielraum in der Natur. Aber den Wölfen des Parks traue ich nicht und ich will nicht mit ihnen heulen. Sie bringen Dressur-Leinen und Markierfarbe mit. Besser wäre ein runder Tisch. Gespräche tun not, seit der Tourismus nur Masse, aber kein Geld mehr bringt. Tradition und Identität müssen laufend definiert werden. Da täuscht auch in wuchtiges Nein nicht darüber hinweg.  

Aber wir können hier nicht das wettmachen, was im Unterland verloren gegangen ist. Städter suchen ihre verpasste Identität hier in den Bergen, erklären uns zum Garten Eden, der wir nicht sind - zum Park, den wir nicht sein wollen. Vor Jahren sprachen kantonale Institutionen noch von potentialarmen Räumen. Sie meinten uns hier oben. Das hat man umbenannt. Heute reden sie von grossen Entwicklungschancen. Promotoren eines Parks klopften an die Tür.  Aber Entwicklungsperspektiven müssen  hier im Dorf entstehen, nicht als Diktat irgendwelcher Verbände. Die Wurzeln kann man nicht wettmachen durch Work-Shops. Wir lieben es nicht, umgetopft zu werden. Das sind  Lehren, die auch die Promotoren des Parks mit dem Nein aus Vals mit ins Unterland nehmen sollten.

Das mit dem Nationalpark ist nun vorbei. Der Valser sagte Nein, aber er weiss noch nicht, zu was er Ja sagen will. Der runde Tisch wird aufgestellt.

 

Pius Truffer, Vals