Parc Adula: Regelwerk für den Valser Weg

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Was haben wir doch den Städten voraus! Wir haben unsere Berge und können unsere eigenen Wege gehen. Wir sind eben Bergler, wollen in den Bergen leben, hier eine Zukunft haben. Frei wie der Wind: Die Woche über einer Arbeit nachgehen, übers Wochenende «z’Bäärg ga». Kurzum: Wir haben Glück, Bergler zu sein. Die Frage ist, wie lange noch.

Da kommt ein Riesenvertragswerk auf uns zu, seit 16 Jahren in Vorbereitung. Der Parc Adula! Jemand im Unterland hat sich offenbar Sorgen um unsere Zukunft gemacht. Ein 400seitiges Regelwerk regelt nun auf Schritt und Tritt den Bergzutritt. Vals – zurück zum Dorfmuseum! Kommt es tatsächlich so schlimm oder sehen das nur die Parkgegner so?

Apropos Arbeitsplätze: Es werden 18 Arbeitsplätze aufgerechnet, aufgeteilt auf 17 Gemeinden. Da hätte dann Vals aufgerundet 1,06 Ranger zugut. Dieser erschiene dann ab und zu im Park und sicher jedes Jahr als Aufwandposten im Gemeindebudget.

Interessant ist das angesagte Marketing. Seltsam ist hier die Widersprüchlichkeit. Im Unterland verkaufen die Promotoren den Park als Schutz der Alpenwelt und hier oben als Wirtschaftsmotor. Angesprochen fühlen sich gewiss Bergwanderer. Eine grosse Wertschöpfung versprechen wir uns daraus nicht. Böse Zungen sprechen von Rucksacktouristen und BerghüttenRomantikern.

Weiter sollen einheimische Produkte gefördert werden. Mit ParkChläberli, Label genannt. Das gilt dann für alle 17 Gemeinden, die da chäsen, Teigli rollen und Steine klopfen. Valser Stein wird dann zu Adula Stein, Valser Bergkäse zu Adula Chääs. Aber das ist kein Problem. Wer seine Marke hervorheben will, kann noch immer das Chläberli weglassen.

Einschneidender sehe ich die Reglementierung für zukünftige Investoren. Sagt die Bevölkerung Ja zum Park, wird er als öffentliches Interesse eingestuft. Das öffnet nicht Tür und Tor für Investoren, aber für zukünftige Einsprachen aller Couleur gegen Bauvorhaben von Privaten. Fehlen aber Investitionen oder werden sie eng beschnitten, versinken die bestehenden dörflichen Infrastrukturen wie Hotels, Restaurants, Lädeli aller Art langsam in der Resignation der Nachfolger. Was bleibt, sind sich selbst überlassene Dörfer, besucht von der Szene der Parkwanderer. Alles ist dann geschützt und sauber geregelt. Was eine Wanderung ist, steht klar formuliert auf der Parkordnung. Liebe Städter, wir sind bereit für euch. Stört euch nicht an fehlenden Einheimischen. Die findet ihr bei euch in den Städten wieder. Fröhliches Pfadewandern.

Sehe ich das alles zu schwarz?

Ich möchte Kräfte der Freiheit, Offenheit oder Vielfalt in unserem Dorf fördern. Der Valser hat ein eigenes Selbstverständnis – ein Regelwerk der Fremdbestimmung versperrt uns den eingeschlagenen Valser Weg.

 
Pia Truffer aus Vals