Parc Adula – Grosse Chance oder unkalkulierbares Risiko?

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Von Befürwortern wird immer wieder argumentiert, dass der Parc Adula eine grosse Chance für die betroffenen Talschaften und den Tourismus sei. In einem Satz zusammengefasst lautet die 400-seitige Charta denn auch in etwa “Wirtschaftsförderung unter dem Deckmantel des Naturschutzes”. Aber wie gross ist diese Chance wirklich? Oder ist der Park nicht vielmehr ein unkalkulierbares Risiko?

Betrachten wir als Beispiel das Rheinwald, welches zwei Gemeinden in der Umgebungszone und eine Gemeinde mit Kernzonenanteil hätte. Die Gegend um das Rheinwaldhorn und das obere Calancatal ist heute grösstenteils unbegangen. Viele Bergsteigerinnen und Wanderer konzentrieren sich auf 3 Standardrouten auf das Rheinwaldhorn und markierte Wanderwege über Pässe vom Rheinwald ins Valsertal. Die wenigen, die sich auf anderen Routen und im freien Gelände bewegen stören die Natur kaum. Schutz braucht diese Gegend erst, wenn sie viel stärker von Besuchern begangen wird, welche sich nicht an die elementaren Regeln im Umgang mit der Natur halten.

Aber wie sieht es mit der Förderung von Wirtschaft und Tourismus aus? Die Initianten betonen, dass es in der Umgebungszone keinerlei Einschränkungen geben werde. Was sie verschweigen ist die Pärkeverordnung des Bundes, welche letztlich über der Charta steht. In Art. 18 steht unter anderem:

Zur Erhaltung und naturnahen Bewirtschaftung der Kulturlandschaft und zu deren Schutz vor nachteiligen Eingriffen sind in der Umgebungszone:

b. die touristische Nutzung und die Erholungsnutzung ökologisch zu gestalten;

d. schützenswerte Lebensräume einheimischer Tier- und Pflanzenarten aufzuwerten und zu vernetzen;

f. bestehende Beeinträchtigungen des Landschafts- und Ortsbildes durch Bauten, Anlagen und Nutzungen bei sich bietender Gelegenheit zu vermindern oder zu beheben.

 
Dies öffnet Tür und Tor für Einsprachen jeglicher Art wenn es um die Nutzung der Umgebungszone geht. Wollen wir wirklich riskieren, dass eine wichtige touristische Infrastruktur wie zum Beispiel ein Skigebiet seine alten Anlagen nicht ersetzen oder die Beschneiungsanlagen nicht ausbauen kann, nur weil sich jemand auf Art. 18 der Pärkeverordnung beruft? Können wir es uns leisten, Skitourengänger als Besucher zu verlieren weil das Tal aufgrund von Art. 18 mit Wildruhezonen zugepflastert wird, sodass sich viele Touren nicht mehr lohnen? Einwohner der Berggebiete beklagen zuweilen, dass uns von “den Unterländern Regeln und Gesetze aufgezwungen werden”. Wollen wir uns wirklich freiwillig Gesetzen unterwerfen, welche die Nutzung unserer Gemeindegebiete potentiell stark einschränken?

Aber demgegenüber steht ja die grosse Chance für den Tourismus. Besucherinnen werden in Scharen kommen und sich den Ursprung des Hinterrheins ansehen wollen. Doch so einfach ist das leider nicht. Zum einen bringt ohne Gastfreundschaft, Ideen und Initiative der Bevölkerung auch ein Parklabel nichts. Zum anderen steht potentiellen Besuchern der südlichen Kernzone jene Installation im Weg welche den Park wie einen Schildbürgerstreich aussehen lässt – der Panzerschiessplatz Hinterrhein. Ihn offiziell aus dem Parkperimeter auszuschliessen lässt ihn nicht einfach verschwinden! Bis heute gibt es nicht einmal den Ansatz einer Idee wie der Zugang zur Kernzone aus dem Rheinwald gewährleistet sein wird. Im Moment muss man sich mit der Armee absprechen wenn man werktags ins Gebiet möchte, was seitens der Bergsteiger als auch der Armee ein gewisses Verständnis und Entgegenkommen verlangt. Dass dies nicht immer funktioniert, liegt auf der Hand. Warum sollen Besucherinnen diesen Aufwand auf sich nehmen und riskieren, eine geplante Wanderung nicht durchführen zu können, wenn sie aus einem anderen Tal einfach und ohne Einschränkungen in die Kernzone gelangen können? Und auch wenn sich das einige vielleicht erwünschen oder erhoffen, den Schiessplatz aufzugeben ist pragmatisch betrachtet keine Lösung. Die Armee bringt Geld und Arbeitsplätze ins Tal und zwar mehr als man sich durch den Park im allerbesten Fall erhoffen kann. Dieses letzte Beispiel zeigt auf wie wenig durchdacht viele Aspekte des Parks sind und wie viel komplexer als von den Befürwortern dargestellt sich die Realität präsentiert.

Angesichts solch grosser Unsicherheiten und Ungereimtheiten lässt sich nur folgern, dass der Park ein unkalkulierbares Risiko ist – für das Rheinwald, aber auch für alle anderen betroffenen Talschaften.
 

Marina Battaglia, Splügen