Die Bauern haben entscheidend mitgeholfen den Park zu verhindern

Die Medien schreiben jetzt, nach dem Nein zum Parc Adula, alles mögliche über die Gründe für ein Nein. Die stark betroffenen Landwirtschaft und die Bauern werden mit keinem Wort erwähnt. Die Bauern jedoch, ihre Familien, mobilisierte Freunde, befreundete Konsumenten, verbundene Handwerker usw. haben bei diesem Entscheid eine massgebliche Rolle gespielt.

Je näher man an dem zentralen Berg Rheinwaldhorn/Adula mit der Greina usw. kommt, je mehr ist das Gebiet, auch heute noch aktiv von Land- und Alpwirtschaft geprägt. Vor allem auf Bündner Seite und auch im sehr wichtigen Gebiet um Blenio u.a..

Einige der Gemeinden auf der Südseite sind nicht mehr so aktiv stark landwirtschaftlich geprägt, was die Anzahl der Betrieb anbelangt. Die Mehrheit dort sind nicht Bauern. Das erklärt den hohe Ja-Anteil.

Das Resultat ist auch klar ein Zeichen der Bauern, dass sie ihre Alpwirtschaft nicht gefährden wollen, mit dem "Rewilding“ (wieder Wildnis-Schaffen) und dem Schaffen von Grossrauptierreservaten mitten in den Alpwirtschaftlich genutzten Gebieten. Sie haben erkannt, dass auch wenn die Berner Konvention fällt und der Wolf jagbar wird, die Pärke ein bleibendes, nicht versiegendes Reservoir an neuen Wölfen bedeutet, weil er dort geschützt bleibt. Wölfe und später auch Bären, die in der Umgebungszone grosse Schäden anrichten können.

In der Kernzone allein sind 27% der Fläche Alpweiden, die außerdem laut Charta auf 15 % hätten reduziert werden sollen. D.h. auf 12% weniger Alpfläche, keinen jährliche Nutzen mehr und auch keine Sömmerungsbeiträge mehr zu erwirtschaften sind und absehbar auch immer mehr Restriktionen kommen werden, weil diese Weidewirtschaft in der Kernzone nicht wirklich erwünscht ist. Zusammen mit der Kernzone und der Umgebungszone sind es 20.000 ha Alpweiden in und um den Park, die betroffen sind. 20.000 ha Alpweiden und entsprechende Berglandwirtschaft mit all den Heuwiesen.

Generell waren grosse Bedenken überhaupt, die Umgebungszone würde unter die Fuchtel der Naturschützer und des Bundesamt für Umwelt geraten, die das Projekt massgeblich finanziell unterstützen. Und diese Angst war auch bei den Nicht-Bauern präsent. Da waren wir vereint.

Dass das von den Medien nicht erwähnt wird, zeigt wie weit weg unsere Gesellschaft von uns Bauern entfernt ist und es nicht wahrnimmt. Denn fährt man durch die Landschaft, so ist es offensichtlich, dass es grossmehrheitlich Bauernland ist. Wandert man da, so sieht man auch, das es viele bewirtschaftete Alpen gibt.

Sicher ist, dass wenn viele der Gemeinden nicht so landwirtschaftlich geprägt wären, es nie zu so einem Resultat gekommen wäre. In vielen Gemeinden war es da knapp oder Ja, wo nur noch wenige Bauern sind.
 

Georges Stoffel