Der Parc Adula geht den falschen Weg

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Wenn nur wenige eine Landschaft besuchen oder in ihr leben, ist die Gefahr der Schädigung dieser, die Gefahr der Übernutzung sehr gering. Das Leben erfordert keine grossen Regeln. Wird nun aber diese Landschaft bekannt gemacht und, wie die Promotoren des Parks sagen, in Wert gesetzt, braucht es Gebote für ein funktionierendes Zusammenleben und den Erhalt des Bodens.

Genau darin liegt der Wiederspruch im geplanten Parc Adula!

Der Park gibt vor, das geeignete Instrument von Nützen und Schützen zu sein und diese Ansprüche in Gleichklang zu bringen. Das mag vernünftig erscheinen, und niemand mag ernsthaft in Frage stellen, wie wichtig der sorgfältige Umgang mit unseren Ressourcen ist, und wie sehr wir uns da nachhaltig weiterentwickeln wollen, wo wir schon immer gelebt haben. Aber ist der Park wirklich das geeignete Instrument dazu? Und wäre jeder einzelne von uns bereit diesen auch vor der eigenen Haustüre, im urbanen Raum der Schweiz zuzulassen?
Um den Preis zusätzlichen Geldes und stärkerer Entwicklung für die Menschen in den Dörfern der Umgebungszone will man als Ausgleich eine Kernzone schaffen, in der die Natur vor menschlichen Einflüssen besser geschützt werden soll. Damit würde eine Grenze gezogen und eine Landschaft auseinanderdividiert, die bis dahin zusammengehörte. Hinsichtlich Funktion und Wahrnehmung.

Mir ist kein Mensch bekannt, dessen Hülle immer mehr strapaziert und dessen Körper immer stärker geschunden wurde, ohne dass dabei nicht auch sein Herz gelitten hätte. Ebenso ist mir kein Mensch bekannt, dessen eingesperrte Seele sich nicht auch in einem kranken Äussern gezeigt hätte.

Ich sehe in der Teilung der Landschaft als Preis für den Parc Adula keine wirklich erstrebenswerte Entwicklung und einen grundlegenden Fehler in unserem auf Erhalt und Bewahrung ausgelegten Denken. Denn die in den Bergtälern lebenden Menschen brauchen zu dem was sie heute haben und von aussen bekommen weder neues Geld noch neue Labels. Was sie brauchen ist das gestärkte Mass an Selbstvertrauen, getragen von einem Diskurs über das was man hat und wie man damit umgeht. Zu diesem sind auch der Tourismus und der Bergsport in all seinen Facetten eingeladen. Es braucht keine neuen Regeln, wenn wir unser Tun und Verhalten aus eigener Motivation anpassen. Diese konstruktive Auseinandersetzung, die von Generation zu Generation zu führen ist, halte ich für den wichtigsten Beitrag für eine ehrliche und nachhaltige Zukunft.

 
Thomas Meier
Hüttenwart Länta‐Hütte SAC